Pija Lindenbaum: Franziska und die Elchbrueder, Moritz Verlag, Frankfurt / Main 2004, 13,80 Euro

" Warum habe ich keinen Bruder oder wenigstens eine Schwester? Ich bin so allein!"

Wer kennt nicht diese klaeglich vorgetragenen Saetze von Einzelkindern, die ans Herz gehen. " Zum Geburtstag wuensche ich mir einen Bruder, aber er soll schon sechs Jahre alt sein." Na dann, liebe Eltern, viel Spass bei der Geschenkesuche! Heilendes Mittel gegen solche unerfuellbaren Wuensche waere vielleicht das neue Buch von Pija Lindenbaum. Ihre Franziska trifft heute keine Schafe, keine Woelfe, sondern Elche, drei zum verwechseln aehnliche Elchbrueder. Am Beginn der Begegnung mit Franziska, die sich ja so sehr ein Geschwisterkind wuenscht, stehen die drei noch schuechtern in der Tuer. Doch schnell erobern sie ihr neues Terrain. Mit all ihrer schwesterlichen Sorgfalt, Vernunft und geduldiger wohlwollender Muetterlichkeit, die eher an das Verhalten eines Erwachsenen erinnert, widmet sich Franziska ihren neuen Gefaehrten. Aber Jungen spielen irgendwie anders und sie sind zu dritt. Sie wollen das tun, was ihnen Spass macht und eine Schwester vermissen die drei auf keinen Fall. Sie haben keine Ausdauer zum Malen und wollen immer nur rumtoben. Auf jeden Fall lassen sich die Elche nicht so dirigieren wie Franziska das gern haette. Sie nehmen sehr viel Platz nicht nur koerperlich ein und haben eine seltsame Vorstellung von Ordnung. Und dann trinken sie auch noch statt des angebotenen Saftes lieber aus der Klosschuessel. Das ist dann doch zuviel fuer Franziska! Pija Lindenbaum ist eine exellente Beobachterin des kindlichen Alltags. Ihre Textideen bieten reichlich bildnerischen Erzaehlstoff, den sie mit vielen komischen Details anreichert. Trotz aller aberwitzigen Einfaelle erreichen die Geschichte aber immer wieder eine realistische, nachvollziehbare Ebene und das macht sie so sehens- und lesenswert.

K.H.