| Sven Bjoernson: Der Nikolaus als Weihnachtsmann, Hoerspiel, WDR 2003, Der >Audio< Verlag 2004, 1 CD, 9,95 Euro Der heiligen Nikolaus war einst der Bischof in einer tuerkischen Stadt und weilte auf Erden von 270 bis 342. Um seine Person rankten sich viele Wunder und Legenden, vor allem die des Schenkens. Am Vorabend zu seinem Namenstag stellen die Kinder auch heute noch einen Schuh an den Kamin oder ins Fenster. Am kommenden Morgen ist er mit Suessigkeiten, so das Kind brav war, gefuellt. Doch wie entstand diese abendliche Sitte an jedem 5. Dezember? Sven Bjoernson hat sich eine sehr gefuehlvolle Variante dazu ausgedacht. Wie so oft ist der Knecht Ruprecht nicht arbeitsfaehig. Trotz goettlichem Verbot hat er Fussball gespielt und ist vom Teufel gefoult worden. Nun ist sein Bein gebrochen und ein irdischer Stellvertreter muss gefunden werden. Der Planungsengel ueberlegt mit dem Weihnachtsmann, wer fuer diese wichtige Aufgabe, denn immerhin wuerde der Vertreter des Weihnachtsmannes ja mit himmlischen Kraeften ausgestattet werden, wuerdig sei. Sie kommen zu dem Schluss, dass die Menschen in Flandern trotz hartem Leben immernoch liebenswuerdig und menschlich geblieben sind. Der Engel reist auf die Erde mitten ins 16. Jahrhundert. Doch gleichgueltig, wen der Engel bittet, jeder ob Pfarrer, Kaufmann, Zimmermann oder Apotheker lehnen sein Ansinnen ab. Nur ein alter Obdachloser mit dem Namen Nikolaus kann den Kummer des Engels verstehen. Allerdings sind seine kommunikativen Faehigkeiten etwas eingefroren. Ein Geschenkeprobelauf ist von Noeten und eine ungewoehnliche Idee. In den Niederlanden ist der wichtigste Weihnachtstag der 6.Dezember geblieben. In vielen anderen europaeischen Laendern ist der Hauptarbeitstag fuer den wahren Weihnachtsmann weiterhin der 24. Dezember, ob am Abend oder in der Nacht. Das Hoerspiel "Der Nikolaus als Weihnachtsmann" ist wie jedes schoene Weihnachtsfest ein bisschen melancholisch und voller Herzenswaerme. Mit stimmungsvoller Musik, die sich nicht in den Vordergrund draengt, in Szene gesetzt, faellt das angenehm straffe Tempo der Inszenierung mit exellenten Sprechern auf. K.H. |
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