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Tausend Weihnachtssterne funkeln, Die schoensten Weihnachtsgeschichten, Esslinger Verlag J.F. Schreiber, Esslingen 2004, Mit Stichen aus dem 19. Jahrhundert, 56 Seiten, 12,90 Euro Getreu der nostalgischen Gestaltung des schmalen Baendchens zum Weihnachtsfest sind es die beschaulichen und besinnlichen Geschichten, die den Leser einstimmen sollen. Wie Weihnachten bei der Familie von Theodor Storm, dem Vater des Schimmelreiters Hauke Hein in Husum gefeiert wurde, daran erinnert sich seine Tochter Gertrud in ihrer Erzaehlung. Glitzernder Schnee lag auf den Tannen, Kerzen flimmerten und vergebens lauschten die Kinder an den Tueren. Des Vaters verschlossener heiliger Nussbaumschrank verbirgt alle Heimlichkeiten und Ueberraschungen in der Weihnachtszeit. Wenn die Kinder allzu ungeduldig wurden, dann fluesterte Theodor Storm sein Zauberwort: " Weihnachten " und versetzte seine Kinder noch mehr in Unruhe. Fast kann der Leser die Duefte nach Tannen und Weihnachtskuchen beim Lesen riechen und die knisternde Spannung im Hause Storm spueren. Dass Schenken eine Kunst ist, erzaehlen Ludwig Thoma und Otto Ernst in ihren amuesanten Weihnachtsgeschichten. Je aelter die Kinder, um so weniger glauben sie an ihre Traeume vom Weihnachtsmann. Im Oktober wird alles noch sehr sachlich betrachtet und die Vielzahl der Geschenke haengt einfach nur von der Geldfuelle im Portemonnaie der Eltern ab. Im November und Dezember schwanken die Unglaeubigen bei der Erwaehnung des Weihnachtsmannes und niemand ist sich ganz sicher, ob man vielleicht doch ein bisschen an ihn glauben sollte. Schaden kann es ja nicht. Auch wenn der Papa als Weihnachtsmann enttarnt wird, tut das der Weihnachtsfreude keinen Abbruch. Bei der Familie des Oberstaatsanwaltes Saltenberger mit den drei heiratsfaehigen Toechter sieht es da schon anders aus. Emerentia, Rosalie und Marie sollen zum Heiligen Abend endlich einen Brauetigam praensentiert bekommen, so der naive Gedanke der Eltern. Dass nun ein Feilschen, Zanken und Austricksen der Weibsbilder untereinander beginnt, haetten sie nicht gedacht. Niemand der von den Eltern auserwaehlten Maenner, immerhin alles Beamte mit Pensionsanspruch, ist gut genug fuer die drei, jede fuehlt sich vernachlaessigt und unter Stand verschachert. Mit einem Augenzwinkern erzaehlt Ludwig Thoma diese heute so altmodisch anmutende Geschichte, die modernen Frauen heutzutage die Haare zu Berge stehen lassen. Und doch, in der vorweihnachtlichen Zeit ist das genehmigt. Alle Geschichten, Maerchen und Gedichte, ob von den Bruedern Grimm oder Theodor Fontane sind umrahmt von handkolorierten Stichen aus dem 19. Jahrhundert und wunderbar altmodisch. "Tausend Weihnachtssterne funkeln, Die schoensten Weihnachtsgeschichten" ist ein wundervolles Geschenk fuer alle, die die altbewaehrten Dinge schaetzen und das gemuetliche Vorlesen in der Weihnachtszeit. K.H. |
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