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" ..und mich - mich ruft das Fluegeltier" Schiller fuer Kinder, Ausgewaehlt von Peter Haertling, illustriert von H. Traxler, Insel Verlag, Frankfurt a. M. 2004, 93 Seiten, 14,80 Euro Friedrich Schiller hatte als Vater wenig Aehnlichkeit mit den Vaetern in seinen Dramen. Sein eigener Erzeuger, der auf seinen Sohn immer stolz sein wollte, quaelte den kleinen Fritz mit Askese, Ehrgeiz und Jaehzorn. Ein Wunder ist es, dass Schiller sich so eifrig Wissen aneignete und der staendige Lernbefehl des Vaters bei ihm nicht ins Gegenteil umschlug. Schillers Vater erwartete, dass sein Sohn von Beruf Pfarrer werden sollte. Auch wenn sein Leben nicht den Vorstellungen des Vaters entsprach, wollte Schiller ihn nie enttaeuschen. Als Friedrich Schiller 1793 selbst Vater wurde, sollte alles anders werden. Er war ein hingebungsvoller Papa, der gern mit seinen vier Kindern spielte und mit ihnen auf dem Boden tollte. Schiller nannte seine Kleinen " Goldsohn" oder " Goldmaennchen" und liebte Karl, Ernst, Caroline und Emilie ueber alle Massen. Er war ein Familienmensch. Als er starb, war sein aeltester Sohn 11 Jahre alt. Die wahren Zeiten der typischen Vater-Sohn-Konflikte hat er nicht mehr erleben koennen. Fuer Kinder geschrieben hat Schiller allerdings wenig. Eine Ausnahme sind Gelegenheitsgedichte, die er verfasste, damit seine Kinder diese z.B. zum Geburtstag der Vermieterin in Jena vortrugen. Das Zitat aus dem Titel des Buches ist ein Scherzgedicht, dass in Loschwitz bei Dresden entstand als Schiller am "Don Carlos" arbeitete. Sein Freund Koerner hatte ihm ein Zimmer zu ebener Erde zur Verfuegung gestellt, damit er arbeiten konnte. Allerdings stoerten ihn beim Dichten von Zeit zu Zeit " vier Weiber, die am Waschfass standen und klatschten ". "Die Waesche klatscht vor meiner Tuer, es scharrt die Kuechenzofe - und mich - mich ruft das Fluegeltier nach Koenig Philipps Hofe." Peter Haertling bemerkt in seiner Einfuehrung zum schmalen Band, wie schwer es ihm gefallen ist, eine Auswahl der Texte zu treffen, die fuer Kinder interessant sein koennten. Die Moeglichkeit, dass Kinder heute die Balladen und Gedichte der Klassik noch auswendig lernen, ist gering. Sigrid Damm hat " Die Buergschaft" auf einem Bein huepfend bereits vor der Schule von ihrer Schwester gelernt. Das ist wohl mehr die Ausnahme als die Regel. Schiller bleibt der Klassiker auf dem hohen Podest. Hans Traxler hat die ausgesuchten Balladen, Gedichte, Verse und den Brief an Herzog Carl Eugen von Wuerttemberg heiter-ironisch bebildert. K.H. |
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