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Karin Hahn specialises in Children's Literature and co-ordinates Content-TV's book reviews, alongside her regular contributions.

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1.04.2002 / Karin Hahn

Pappbilderbücher für die ganz Kleinen

Die Mitnehm-Bücher vom Carlsen Verlag sind durch die praktischen Sauger, die an Kinderwagen, Jacke oder Rucksack anklebt werden können, nicht nur klein und anhänglich, sondern auch gleich verbunden mit dem passenden dreimal so großen Kuscheltier zur Geschichte und zum Schmusen. Da ist „Olga, die Kuh”, „Käthe, das Huhn” , „Paul, das Schaf” und „Konrad, das Schweinchen”. Jede dieser Figuren hält ein kleines Buch im Arm. In kurzen Bildergeschichten werden die Betrachter über die Zahlen, die Gegensätze, die Farben oder die Wochentage informiert, wie zum Beispiel in der Geschichte über das braune Huhn Käthe. Dieses muß ab Montag den Weckdienst für den erholungsbedürftigen Hahn übernehmen. Doch Kühe, Schafe und Schweine lassen sich nicht von jedem Huhn aus dem Schlaf holen.

„Gute Nacht, Dudu!” oder „Dudus Töpfchen” oder „ Dudus Schnuller” (Fischer Schatzinsel) heißen die Pappbilderbücher von Annette Swoboda. Sie hat ein für kleine Kinder vertrautes puschliges weißes Entlein namens Dudu zum Leben erweckt, das vielleicht niedlich anzusehen ist, aber mit beiden Beinen im Leben steht. Dudu, eines der leichtesten ersten Wörter, macht alles vor, was ein Kind im Alltag auch erlebt, ob es nun die erste Begegnung mit dem Töpfchen ist, das allabendliche Schlafritual oder die ewige Suche nach dem Lieblingsschnuller. Kurz und prägnant sind die Sätze, die die kleinen Szenen, die ohne viele Requisiten auskommen, auf den Punkt bringen. Geschickt wechselt Annette Swoboda auch die Perspektiven, die mal aus der Sicht Dudus und dann aus der des Betrachters getextet sind. Dicke schwungvolle Pinselstriche geben den Bilderzählungen Dynamik und Klarheit.

Dagmar Geislers kleiner Held heißt Max und ist ein Bärenkind, daß den Betrachter ziemlich verschmitzt anschaut. In den mit knappen Sätzen erzählten Geschichten „Max hat ein Dreirad” und „Max spielt im Sand”, jetzt neu bei Fischer Schatzinsel herausgegeben, findet sich der tapsige Bär mit seinen überdimensional großen Bärenhausschuhen im kindlichen Alltag ohne Elternbeistand wieder. Aber den braucht er auch nicht, denn um die Sandburg streiten, nach dem kleinen König suchen und großzügig die freien Plätze auf dem Dreirad verteilen, kann er schon ganz allein. In Max kann sich jedes Kind wiederfinden und ist sofort mittendrin im Spiel des kleinen Bären. Auch Dagmar Geisler beschränkt sich in ihren Bildgestaltungen auf das Wesentliche und wählt für den aktiven Lebensraum des kleinen Bären warme Farben.

Aus dem Leben eines Hasenjungen erzählt Rotraut Susanne Berner in ihren neuesten Bilderbüchern ( Carl Hanser Verlag) : „ Gute Nacht, Karlchen!”, Guten Morgen, Karlchen!” und „Wo ist Karlchen?”. In altbewährter Weise setzt die bekannte Illustratorin auf den Spaß am Wiedererkennen und Wiederholen. In vertrauter Runde wird harmonischer Kleinfamilien-Alltag in kurzen Szenen durchgespielt. So fragt die Mutter, z.B. jeden Morgen: „ Karlchen, wo bist du?” und zieht dabei langsam Karlchens Schlaftieren und ihrem Sohn die Decke weg. Gut strukturiert sind die kurzen Geschichten und es macht Spaß, in den Bilddetails zu verweilen. In klassischer Rollenverteilung bringt der Vater den mürrischen Karlchen mit schrill klingender Trillerpfeife per Pantoffelexpress ins Bett. Angefahren werden Esslingen, Feuchtlingen und Bettlingen vorm schwungvollen Wurf in die eigenen Federn. Witzig und immer wieder neu zu entdecken, sind die die Karlchen-Geschichten begleitenden Tiere, ob Huhn, Marienkäfer, Küken oder Gans.

Eric Carles Bücher treffen den Geschmack der Kinder und das nun schon seit 30 Jahren. So ist „Die kleine Raupe Nimmersatt” ( Gerstenberg Verlag) mittlerweile zum Klassiker unter den Pappbilderbüchern geworden. Die Liebe zu allen Lebewesen, so schreibt Eric Carle, hat er von seinem Vater. Die kleine Raupe entwickelt sich naturgegeben allein zum strahlend schönen Schmetterling, der sich über alle erheben kann und fliegen. Nicht nur ein Kindertraum! Auf dem Weg zur Verwandlung macht die Raupe Erfahrungen und regt dabei die Betrachter zum Mitdenken und Mitmachen an, ob zum Zählen, Mitsprechen oder einfach nur zum Ausprobieren, wie weit die kleinen Finger durch die Freßlöcher der Raupe passen. Auch „Kleine Wolke” (Gerstenberg Verlag) erzählt von den Verwandlungen in der Natur. Angeregt vom alten Spiel des Wolkenschauens verändert Kleine Wolke fließend ihre Gestalt, um in fast dem gleichen Moment wieder ein Schaf oder Baum zu werden. Unspektakulär und still ist das himmlische Wolkenbuch, reduziert auf eine fast durchgängig weiß-blaue Bildfläche.