The Author: Karin Hahn is specialist critic for childrens literature and a Juror for'The Best Seven', a monthly selection of new books for children published in Germany. She broadcasts regularly for DeutschlandRadio, Antenne Brandenburg and other stations Karin Hahn produces radio plays for children and biographical radio features.
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| NEUERSCHEINUNGEN Alice Sebold, In meinem Himmel, Verlag Manhattan, 384 Seiten, EUR21.90 Susie Salmon, die Heldin in Alice Sebolds Bestseller, ist kein Kind von 14 Jahren, keine angehende Frau und auch kein Mensch. Sie ist eine Tote. Mit Traurigkeit aber auch zunehmender Empathie fuer ihre Familie schaut Susie vom Himmel hoch auf die Erde herab, betrachtet das Leben, das ja immer weitergehen muss in der kleinen Stadt in Pennsylvania. Auch Mr. Harvey entgeht Susies Augen nicht, der unscheinbare schmierig wirkende Mann, der Puppenhaeuser fuer seinen Unterhalt baut. Mr. Harvey, Susies Vergewaltiger und Moerder, hat die Erdhoehle im Maisfeld angelegt, in die er Susie locken wird und aus der sie nie wieder hinausgehen kann. Alice Sebold verarbeitet ihre eigenen Erlebnisse, denn auch sie wurde ueberfallen und vergewaltigt. Und zum Glueck, wie sie sagt, nicht umgebracht. Susies Familie zerbricht an dem Tod ihrer aeltesten Tochter. Nie wird eine Leiche gefunden, und der Taeter scheint auch vom Erdboden verschluckt. Vater Salmon jedoch hat schnell einen Verdacht und dieser wird sich dann auch als richtig herausstellen. Aber irgendwie scheint die Moerdersuche und die Suehne dieser grausigen Tat an einem unschuldigen Maedchen, das gerademal in die Pupertaet gekommen ist und von einem Jungen gekuesst wurde, nicht im Blickfeld der Autorin zu stehen. Immer wieder laesst sie ihre Protagonisten, ob nun Susie, Mr. Harvey oder Susies Familie, in die Vergangenheit zurueckgehen, sich erinnern und damit entsteht eine psychologisch lesenswerte Studie einer typischen Mittelstandsfamilie. Susie, die die Gedanken und Gefuehle, der Menschen, die sie beobachtet erfahren kann, ist jedoch nur die Passive, denn eingreifen ins Geschehen kann sie nicht. Alle suchen Trost auf ihre Weise, wenn es um die Angst vor dem Einsamwerden geht oder dem schmerzlichen Verlust eines Kindes - ob im Alkohol, in unsinnigen Aktionen oder im Fortgehen. Die Sicht der Hauptfigur aus der Himmelsperspektive verharmlost ein Verbrechen. In Anbetracht der lebenden Seele, die von ihrem hoeheren Position aus beobachten und fast auch noch anwesend sein kann, scheint alles leicht und geradezu transparent zu sein. Troestlich zu wissen, dass ein Leben nach einer grausigen Tat nicht ausgeloescht ist - bei aller Phantasie ein Wunschdenken. Ein etwas fahler Geschmack bleibt zurueck trotz spannender Lektuere. J |
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