REZENSION

Weihnachtsbuecher
Weihnachts 2005
REZENSION

Kinderbuch

Kirsten Boie: Weihnachten im Moewenweg, Bilder von Kathrin Engelking, Oetinger Verlag, 12 Euro

Die Kinder vom Moewenweg sind ja fuer Kirsten Boie-Fans keine Unbekannten mehr. Tara hat schon oefter von Tieneke, Petja, Maus, Juli, Fritzi, Laurin und Vincent erzaehlt. Nun ist es Winterzeit, der Advent und das Weihnachtsfest stehen vor der Tuer. Da dreht sich alles ums Weihnachtsgeschenke basteln, Floetenstuecke ueben, Kekse backen, ein bisschen Schule und viel, viel Vorfreude auf den Heiligen Abend. Taras beste Freundin ist Tienecke, die gleich nebenan in der Reihenhaussiedlung wohnt. Ein Anruf und alle Kinder treffen sich zum Basteln, gehen zusammen ins Rathaus, um ihren Nikolausstiefel abzuholen oder einfach nur zum Spielen. Tara liebt die weihnachtliche Vorfreude, das Dekorieren, die vielen niedlichen Dinge, die zum Fest dazu gehoeren. Ihre Bruder Petja findet momentan alles nur geil und macht offensichtlich eine schwere Phase durch. Ein erfuelltes Familienleben wie aus dem Bilderbuch praesentiert Kirsten Boie, eine Anleitung zum einfach Gluecklichsein - und warum auch nicht. Da bahnen sich keine Krisen an, niemand sitzt allein am Computer oder gar vor dem Fernseher, die Vaeter sind nicht abwesend und eine sparsame, tolerante, umweltbewusste Mutter fertigt fuer jedes ihrer drei Kinder mit dem Weihnachtsschmuckpapier des vergangenen Jahres beeindruckende 72 Adventskalender-Paeckchen mit individuellen kleinen Geschenken. Hochachtung! Natuerlich schneit es zu Weihnachten und die einzigen, die aus der Reihe tanzen, sind das kinderlose Paar ueber dessen Rasen niemand hechten darf. Einige dezent plazierte, satirische Seitenhiebe legt die Hamburger Autorin ihrer Hauptfigur dann doch ganz harmlos in den Mund, so duerfen sich z.B. die Lehrerkinder nicht schmutzig machen. Die neunjaehrige, gutgelaunte Tara beschreibt aus ihrer Sicht das gemeinschaftliche, harmonische Leben im Moewenweg, wo ein paar Kekse ruhig mal anbrennen koennen, aber ansonsten alles im Lot ist. Das normale Alltagsleben, dazu ein bisschen heile Welt, ein wenig Astrid Lindgren-Stimmung verbinden sich zu einer wohltuenden Geschichte, die wie ein perfekter, wundervoll dekorierter Weihnachtskeks mit Zimt, Rosinen und Zuckerguss vielleicht ein bisschen zu suess schmeckt. Aber an Festtagen ist das ja erlaubt.

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