REZENSION

Weihnachtsbuecher
Weihnachts 2005
REZENSION

Esslinger Verlag - Veroeffentlichungen zur Adventszeit

Adventskalender: Anastassija Archipowa, Die Winterstadt, 8.90 Euro

Apfel, Nuss und Mandelkern, Klassische Weihnachtsgeschichten und Rezepte, Mit Stichen aus dem 19. Jahrhundert, mit Leseband und Goldfolienpraegung, Esslinger Praesent, 12,90 Euro

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Der Adventskalender verdankt sein Dasein, wie kann es anders sein, einem quengelnden Kind, dass seine Eltern mit der typischen Frage in der Vorweihnachtszeit quaelte: Wann ist denn nun endlich Weihnachten?

Gerhard Lang hiess der Nervtoeter und seine Firmenidee, die zuerst noch "Weihnachtskalender" hiess, entwickelte seine Mutter. Sie bastelte ihrem ungeduldigen Sohn den ersten Adventskalender, um die Wartezeit auf das Christkind zu verkuerzen. In kleine Kartons mit Nummern legte sie einst Plaetzchen und der kleine Gerhard durfte jeden Tag ein Paeckchen oeffnen. In vergangenen Zeiten malten Vaeter auch 24 Kreidestriche an die Tuer, die Tag fuer Tag abgewischt werden durften oder eine Adventskerze, und das geschieht noch heute, wird taeglich angezuendet, um die langen vier Adventswochen zu ueberstehen. Der erste Kalender ging 1902 in Druck. Nach 1920 setzten sich die Adventskalender auch in anderen Laendern durch. Die Urform des Adventskalenders spiegelte aber auch sehr deutlich die paedagogische Seite der Erfindung, denn der Kalender sollte nicht nur die Spannung bis zum Heiligabend erhalten, sondern auch belehren. Der alte Kalender bestand aus zwei gleich grossen Kartonblaettern. Das eine Blatt war mit erbaulichen Spruechen bedruckt, das andere mit farbigen Bildern. Von diesen wurde jeden Tag eins ausgeschnitten und auf den Spruch geklebt, der natuerlich vorher vorgelesen wurde. Am Ende der fuenfziger Jahre des 20. Jahrhunderts kam dann der erste schokoladengefuellte Kalender auf den Markt. Er machte dem urspruenglichen Adventskalender mit seinen weihnachtlichen Motiven hinter 24 geschlossenen Fenstern, die taeglich geoeffnet werden duerfen, ziemlich Konkurrenz. Muetter oder Vaeter basteln heute fuer ihre Kinder ebenfalls sehr individuelle Kalender ausgestattet mit kleinen Paeckchen und entsprechenden Geschenken. Auch an der Spielzeugindustrie ist die Adventskalenderidee nicht vorbei gegangen.

Der Esslinger Verlag vertraut bei seinem vielfaeltigen Adventskalenderangebot immer noch auf die Magie der Bilder.

Eines des schoensten Motive der Esslinger Adventskalender

" Die Winterstadt " stammt aus dem Atelier der russischen Bilderbuchkuenstlerin Anastassija Archipowa und erinnert an die "Wintermaerchen" von Hans Christian Andersens, die ebenfalls beim Esslinger Verlag erschienen sind. Ein kleines Maechen, ohne Schuhe und schlecht bekleidet, steht einsam an der Haeuserwand. Wie zum Hohn herrscht emsiges Treiben um das Kind herum. Die Nacht bricht herein und mit ihr ein unbaendiger Schneesturm. Alle Fenster der abgebildeten Haeuser werden sich bis zum 24. Dezember oeffnen und nostalgische Einblicke in laengst vergangene Zeiten gewaehren.

Der rot-goldglaenzende Band " Apfel, Nuss und Mandelkern, Klassische Weihnachtsgeschichten und Rezepte ", geschmueckt mit Stichen aus dem 19.Jahrhundert, ist ein wunderbares Geschenk fuer alle, die ein traditionelles Weihnachten mit selbstgebackenem Christstollen, Lebkuchen und gefuellter Weihnachtsgans lieben. Neben zeitgemaessen Rezepten, die zum heiligen Fest dazugehoerten, wie Quitten-Konfekt, Eier-Punsch oder Pfefferkuchenherzen, kann in den Backpausen genuesslich gelesen werden. Kurzweilige Geschichten, Briefe und Maerchen erzaehlen von den Dueften und Leckereien, die fuer Theodor Storm, Wilhelm Raabe oder Theodor Fontane zu den schoensten Tagen im Jahr dazu gehoerten. Ein Schmuckstueck fuer jede Kueche!

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